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Physiotherapeut
Dirk Heinrichs
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52134 Herzogenrath

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News

Alltag Homeoffice

Viele Menschen arbeiten momentan von zu Hause am eigenen Schreibtisch. Die körperliche Aktivität reduziert sich, dabei müssen Körper und Blutgefäße jetzt besonders trainiert werden. Durch einfache Venenübungen bleibt das Blut im Fluss.

Aufgrund der aktuellen Situation um das Coronavirus ist für viele das eigene Zuhause auch zum Arbeitsplatz geworden. Der Weg zur Arbeit und der Heimweg entfallen und die körperliche Bewegung kann zu kurz kommen. Morgens geht es direkt an den Schreibtisch und dort wird ein Großteil des Tages im Sitzen verbracht, ohne wichtige Pausen für Körper und Geist einzuhalten. „Gerade in diesen Zeiten sind regelmäßige Gymnastikübungen für unsere Venen besonders wichtig“, empfiehlt Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Leiter des Aktionsbündnis Thrombose und Direktor der Abteilung Angiologie am Klinikum Darmstadt.

Was ist eine Thrombose und wie entsteht sie?

Menschen, die viel im Sitzen oder Stehen arbeiten, haben ein höheres Risiko, an einer Thrombose zu erkranken. Ärzte sprechen von einer Thrombose, wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß, z. B. eine Vene, verstopft und dadurch das Blut nicht ungehindert weiterfließen kann. Im Kreislaufsystem unseres Körpers sind die Venen für den Rückfluss des Blutes zum Herzen zuständig.
Die besondere Schwierigkeit dabei ist, dass den Tag über das Blut gegen die Schwerkraft aus den Beinen zum Herzen zurücktransportiert werden muss. Als natürliche Pumpe dient dafür unter anderem die Fuß- und Beinmuskulatur. Mit jeder Anspannung pressen die Muskeln das Blut gegen die Schwerkraft von unten in Richtung Herz. Dutzende von Venenklappen sorgen wie Rückschlagventile dafür, dass das Blut bei der Entspannung des Muskels nicht wieder nach unten zurückfällt.

Venengymnastik kann Thrombosen vorbeugen

Der Gebrauch der Fuß- und Beinmuskulatur ist für die Venengesundheit von entscheidender Bedeutung. Durch Bewegungsmangel kann sich das Blut in den Unterschenkelvenen stauen. Die Folge sind häufig schwere oder geschwollene Beine am Abend. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig aufzustehen, etwas herumzulaufen oder kleine Gymnastikübungen für die Venen in den Schreibtischalltag einzubauen. „Dies ist insbesondere für Menschen zu empfehlen, die bereits Krampfadern oder in der Vergangenheit eine Venenthrombose hatten. Die einfachste und sehr sinnvolle Vorsorge ist das Tragen von Unterschenkelstützstrümpfen, die rezeptfrei im Handel und online erhältlich sind,“, rät Rupert Bauersachs.

Das Aktionsbündnis Thrombose

Das Aktionsbündnis Thrombose ist ein Zusammenschluss von medizinischen Fachgesellschaften und einer Patientenvereinigung. Es initiiert eine Aufklärungskampagne, um auf die Risiken von Venenthrombose und Lungenembolie hinzuweisen. Sie soll das öffentliche Bewusstsein für Prävention, Diagnose und Therapie schärfen, damit weniger Menschen an den Folgen einer Thrombose sterben. Weitere Informationen, eine Grafik zur Venengymnastik und Materialien zum kostenlosen Download finden Sie unter https://www.risiko-thrombose.de/. Bildunterschrift: Die Venenübungen können auch im Homeoffice durchgeführt werden.

Arbeitszeitgesetz erweitert: für mehr Sicherheit, für mehr nötige Therapien

Auch wenn die Kontaktsperre verlängert wurde: die teilweise Lockerung sorgt für einen Hauch von Normalisierung. Ein Anlass für viele, ihre persönliche Situation und weiteres Vorgehen zu überdenken. Insbesondere was die eigene Gesundheit – außerhalb der Infektionsgefahr mit dem Coronavirus – betrifft: Was ist nötig, was nicht? Vor dem Ausbruch von SARS CoV-2 hat niemand die Bedeutung einer ergotherapeutischen Intervention angezweifelt. Daran, dass eine solche vom Arzt verordnete Behandlung wichtig für den Gesundungsprozess ist, hat sich nichts geändert. Diese ist zum Wohl des Patienten durchzuführen. Das sieht auch der Gesetzgeber so und hat unter anderem jetzt zusätzlich zu anderen Maßnahmen auch die Arbeitszeitgesetze entsprechend angepasst und ausgedehnt.

Die Ergotherapie-Praxen in Deutschland kommen ihrer Verpflichtung zu einer ausgeweiteten Versorgung flächendeckend nach. Ebenso flächendeckend: Die Unklarheiten und Zweifel bei Betroffenen. Teils aus Unwissenheit, aber ebenso aus der fortbestehenden Furcht sich zu infizieren, gibt es noch immer Patienten, die ihre Termine in Ergotherapie-Praxen nicht wahrnehmen, die Therapie abbrechen oder keine neuen Behandlungstermine vereinbaren. „Ein klärendes Gespräch mit den behandelnden Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sollte aber unbedingt erfolgen“, bestärkt Andreas Pfeiffer, Vorsitzender des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.) diejenigen, die mit sich im Zwiespalt sind. Was ist wahrscheinlicher? Das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus oder die Verschlechterung des Gesundheitszustands durch einen Therapieabbruch?

Ergotherapeuten zeichnen sich durch ihr individuelles, auf die Möglichkeiten des jeweiligen Patienten bezogenes Vorgehen aus. „Dieser Grundsatz ist in jeder Hinsicht auch hier maßgeblich“, sagt Pfeiffer. Gemeinsam mit dem Betroffenen wägen Ergotherapeutinnen ab, was im Einzelfall am besten funktioniert. Das kann eine Änderung des Therapiekonzepts oder der Behandlungsform sein. Anstatt die Behandlung in der Praxis vorzunehmen, kann auch über Video auf telemedizinischen Weg vieles erreicht und besprochen werden. Und last but not least führt insbesondere die durch den Gesetzgeber vorgesehene mögliche Ausdehnung der Arbeitszeiten auf bis zu 12 Stunden täglich an allen Wochentagen, also auch an Sonn- und Feiertagen, zu mehr Kapazitäten, aber auch zu mehr Sicherheit. Mehr Abstand zwischen den einbestellten Patienten bedeutet reduziertes Kontaktrisiko, mehr Zeit für Hygienemaßnahmen oder Zeit zum kräftigen Durchlüften des Behandlungsraums.

Niemand muss in Kauf nehmen, dass sich sein Gesundheitszustand oder seine seelische Verfassung verschlechtern. Das kann schlimmstenfalls irreparable Folgen haben, was die Betroffenen in aller Regel nicht selbst einschätzen können. „Darum ist der Austausch und die professionelle Beratung von Patienten so wichtig, damit diese fundiert entscheiden können, ob und wie sie ihre Therapie fortsetzen“, betont der Verbandsvorsitzende Pfeiffer. Was in der Krise niemand braucht, ist körperlich oder seelisch angeschlagen zu sein. Krisen meistern diejenigen besser, die auf allen Ebenen gestärkt sind.



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